Ich möchte Ihren Geschäftsführer sprechen!
Diese nette Aufforderung hat jeder Verkäufer oder jemand, der das Vergnügen hat, sich im ständigen Kontakt mit Kunden zu befinden, schon einmal gehört.
So auch heute. Ein sonniger Tag, gute Laune weit und breit bis zu dem Moment, als ein grimmiger Rentner mit seinem Notebook und der Ehefrau im Gepäck uns die Ehre erwies. Meine freundliche Begrüßung wurde gänzlich ignoriert und es wurde im genervten Ton nach dem Geschäftsführer gefragt. Auf Fragen wie “Worum geht es denn? bzw. “Kann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen?” wurde ein herab wertendes “Nein” erwidert. Ich, der seit fast drei Jahren in diesem Beruf arbeitet, nehme so etwas jedoch nicht persönlich und nachdem ich meinem Geschäftsführer den Fall geschildert habe, ging er zum Kunden und hörte sich sein “Problem” an.
Was dann kam war allerdings alles andere als Geschäftsführerwürdig. Der ältere Herr hat sich tatsächlich darüber beschwert, dass im Lieferumfang des gekauften Notebooks keine Anleitung, im klassischen Sinne, vorzufinden war. Unglaublich? Find ich auch! Wir leben im 21. Jahrhundert, wie kann man da erwarten, sich die Anleitung in digitaler Form anzuschauen? Dass diese Art des digitalen Nachschlagewerks auch Vorteile hat – zum Beispiel beim Preis – war dem Kunden egal. Es ging hier ums Prinzip, etwas Fundamentales sozusagen. Ich habe mich allerdings in diesem Moment gefragt, warum in aller Welt ich ihm denn nicht weiterhelfen konnte? Sah ich nicht kompetent genug aus um diese hochkomplexe Fragen zu beantworten? Wahrscheinlich ja. Unser Geschäftsführer, innerlich Moorhuhn spielend, antwortete ruhig und kompetent auf die Fragen des Kunden. Nichts desto trotz ist das ein Phänomen, welches schon häufiger beobachtet wurde. Kunden möchten nicht mehr beraten werden oder gar etwas kaufen – sie wollen den Geschäftsführer sprechen.
In diesem Sinne.. Liebe Einzelhändler, bitte stellt keine Auszubildenden, Praktikanten und schon gar keine Festangestellten ein. Stellt Geschäftsführer ein! Denn ein Geschäftsführer ist, wie ich feststellen musste, immer die richtige Anlaufstelle und auch da um für denkbar einfache Fragen “missbraucht” zu werden.
















Ich glaube es war weniger Moorhuhn, als mehr die Melodie von Bonanza und das Bild der Blondine die es buchstabiert. 12 oder 13 D? Dum duddel dum du dum, bonanza….