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Archiv für die Kategorie ‘Kundschaft’

Die EDV-Futzis wieder..

1. Januar 2010 admin Keine Kommentare

Jeder der sich in einer solchen Abteilung befindet oder mal gearbeitet hat, wird diesen Satz kennen.

Als Mitarbeiter eines Unternehmens im IT-Bereich ist man quasi der Fußabtreter für Probleme mit “dieser Technik” – ausgenommen leitende Personen vielleicht.

So auch in diesem Fall. Wir hatten einen “Kunden” der Probleme mit seiner Maus hatte, welche er schon des Öfteren gemeldet hatte. Nachdem die Problembehandlung anscheinend nicht schnell genug von Statten ging, fing er an selbst Lösungsvorschläge beizutragen. Es handelte sich um eine optische Standardmaus. Der werte Herr unterbreitete meinem Kollegen am Telefon folgenden Vorschlag: “Meine Maus funktioniert nicht, dort kommt auch immer so ein rotes Licht heraus. Das muss schnellstes repariert werden!” und dann das absolute Highlight des Gesprächs: “Können Sie mir nicht einfach wieder eine Kugel einbauen?”

Ja.. Dass die Maus völlig in Ordnung war und das rote Licht aus der Maus dem Herrn einfach neu war auf Grund der jahrelangen Nutzung einer Kugelmaus änderte nichts. In seinen Augen waren es die EDV-Futzis, die einfach nicht in der Lage waren ihm zu helfen.

In diesem Sinne.. 95% der Fehler sitzen vor dem Gerät.

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Kann man da noch etwas am Preis machen?

17. Juni 2009 admin Keine Kommentare

Da diese Kategorie quasi an Nachfrage boomt, ist es meine Aufgabe schnell zu handeln. Wobei es fast immer so ist, dass ich mehr Themen habe und mit dem Schreiben kaum hinterher komme.

Wie wir alle wissen werden des Öfteren Rabatte angeboten bzw. Sonderangebote, die natürlich schon erheblich reduziert sind. Wir sprechen hier von einem Wert bis zu 70% des normalen Brutto Verkaufspreises!

So weit so gut. Doch eine auserlesene Gruppe Homo sapiens hat es sich zur Aufgabe gemacht gegen diese total überteuerten Rabatte vorzugehen und mehr zu verlangen! Selbstverständlich, ein Rabatt ist im Prinzip nichts weiter als ein indirekter Anstoß zum weiterfeilschen.

So auch bei uns. Wir hatten eine Sonderaktion mit 20% auf alle Notebooks, außer Werbeware. Dann jedoch kam diese Sorte Kunde zu uns in den Laden und das Spektakel konnte beginnen. Nach einem freundlichen: “Schönen guten Morgen, Sie schauen erstmal oder kann ich Ihnen direkt weiterhelfen?” folgte, als hätte er jahrelang dafür trainiert, die Frage: “Ich habe gesehen, dass Sie momentan ein Sonderangebot haben?!” Ich, in der Annahme etwas zu verkaufen auf Grund des unschlagbaren Preises, zeigte dem Kunden die entsprechenden Geräte. Nach kurzer Bedenkzeit folge dann, ich traute meinen Ohren kaum, eine kleinlaute, fast unscheinbare Frage: “Kann man da noch etwas am Preis machen?”

Tadaaaa! 100 Punkte für den Herrn ohne Begleitung! Es ist für uns als Händler natürlich kein Problem an einem Notebook, an dem sowieso eine sehr geringe Spanne drauf ist und wir momentan 20% Rabatt geben noch einmal 50 Euro runterzugehen. Stimmt, denn unser Einkaufspreis ist ja logischerweise gleich Null Euro. Wobei man eigentlich keinen Vorwurf machen kann, in den meisten Fällen siegt ja dreistheit aber dennoch, eine lachende Reaktion konnte ich nicht zurückhalten.

In diesem Sinne.. Für manche Menschen ist geschenkt noch zu teuer.

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Arbeit am Samstag ist wie Sex mit Kondom.

13. Juni 2009 admin 5 Kommentare

Arbeit am Samstag. Es ist nichts Halbes und nichts Ganzes, halt wie Sex mit Kondom. Man ist schon wieder genervt, dass wieder ein Wochenende “versaut” ist und startet somit recht unmotiviert in den Tag. Das einzig positive ist, dass die Bahnen schön leer sind. Soweit zu den Vorteilen.

Zu den Nachteilen. Frühschicht, somit geht es um 10 Uhr los. Radio ist an und Ostseewelle läuft. Auf Stufe 15 schallt Mark Medlock mit Mamacita durch den Raum. Und dann, als wäre es nicht Strafe genug fängt es an.

Reihenweise von den allseits begehrten Wissensleechern! Fragen über Fragen! Richtig, man befindet sich ja in einem Computerfachandel beim Spezialisten der wirklich alles aus dem Stehgreif beantworten kann. Klar, ich bin ein ausgelernter IT-Systemkaufmann, dennoch fällt es mir ein klitzekleines bisschen schwierig aus der Ferne zu beurteilen, warum denn ein Drucker ganz plötzlich nicht mehr druckt oder auch sehr schön: “Mein Rechner ist kaputt, wie teuer ist das?” Richtig, egal bei welcher Hardware, wenn etwas defekt ist kann es NUR EINE Fehlerquelle geben. Nein liebe Leser, nicht die Person vor dem Rechner, das wäre zu einfach. Es ist natürlich ein solch simples Problem, was ich als Spezialist mit nur einem Knopfdruck beheben kann. Da ich ja auch einen dementsprechend geringen Abreitsaufwand habe, erledige ich das am Besten kostenlos – theoretisch.

Ja so oder so ähnlich läuft das ab. Der Sabberfaden läuft dem Kunden dem Mundwinkel herunter und völlig schlagartig klingelt der Wecker. Dieser Wecker heißt Sebastian und lässt sich nicht ausstellen! Meistens reagiere ich gelassen, denn ich höre das geschätzte 10-mal am Tag. Aber manchmal, ja manchmal kann ich mir ein grinsen nicht verkneifen, wenn ich dem Kunden erkläre, dass alleine die Fehlerüberprüfung eines Gerätes seinen Preis hat. Schließlich geht man auch nicht zur Autowerkstatt und beschwert sich, dass der Mechaniker Geld haben will, wenn er das komplette Auto auseinander genommen hat um den Fehler festzustellen?!

In diesem Sinne.. Liebe Kunden, nimmt doch bitte ein wenig Rücksicht, auch wir sind nur Menschen mit höchstens einem Singlekern Prozessor im Oberstübchen. Wenn also unsere Wissensdatenbank mit zum Teil sinnfreien Fragen fragmentiert wird, dauert die Abarbeitung dieser Anfragen nur erheblich länger und die Systemleistung sinkt.

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Ich möchte Ihren Geschäftsführer sprechen!

8. Juni 2009 admin 1 Kommentar

Diese nette Aufforderung hat jeder Verkäufer oder jemand, der das Vergnügen hat, sich im ständigen Kontakt mit Kunden zu befinden, schon einmal gehört.

So auch heute. Ein sonniger Tag, gute Laune weit und breit bis zu dem Moment, als ein grimmiger Rentner mit seinem Notebook und der Ehefrau im Gepäck uns die Ehre erwies. Meine freundliche Begrüßung wurde gänzlich ignoriert und es wurde im genervten Ton nach dem Geschäftsführer gefragt. Auf Fragen wie “Worum geht es denn? bzw. “Kann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen?” wurde ein herab wertendes “Nein” erwidert. Ich, der seit fast drei Jahren in diesem Beruf arbeitet, nehme so etwas jedoch nicht persönlich und nachdem ich meinem Geschäftsführer den Fall geschildert habe, ging er zum Kunden und hörte sich sein “Problem” an.

Was dann kam war allerdings alles andere als Geschäftsführerwürdig. Der ältere Herr hat sich tatsächlich darüber beschwert, dass im Lieferumfang des gekauften Notebooks keine Anleitung, im klassischen Sinne, vorzufinden war. Unglaublich? Find ich auch! Wir leben im 21. Jahrhundert, wie kann man da erwarten, sich die Anleitung in digitaler Form anzuschauen? Dass diese Art des digitalen Nachschlagewerks auch Vorteile hat – zum Beispiel beim Preis – war dem Kunden egal. Es ging hier ums Prinzip, etwas Fundamentales sozusagen. Ich habe mich allerdings in diesem Moment gefragt, warum in aller Welt ich ihm denn nicht weiterhelfen konnte? Sah ich nicht kompetent genug aus um diese hochkomplexe Fragen zu beantworten? Wahrscheinlich ja. Unser Geschäftsführer, innerlich Moorhuhn spielend, antwortete ruhig und kompetent auf die Fragen des Kunden. Nichts desto trotz ist das ein Phänomen, welches schon häufiger beobachtet wurde. Kunden möchten nicht mehr beraten werden oder gar etwas kaufen – sie wollen den Geschäftsführer sprechen.

In diesem Sinne.. Liebe Einzelhändler, bitte stellt keine Auszubildenden, Praktikanten und schon gar keine Festangestellten ein. Stellt Geschäftsführer ein! Denn ein Geschäftsführer ist, wie ich feststellen musste, immer die richtige Anlaufstelle und auch da um für denkbar einfache Fragen “missbraucht” zu werden.

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Bewerbung mit Erfolg?

6. Juni 2009 admin 3 Kommentare

War für den folgenden “Kunden” alles andere als zutreffend, denn für ihn war wohl das Motto “Der Wille zählt” ausreichend. Ich muss ein bisschen ausholen, damit die komplette Situation deutlich wird, aber es lohnt sich! Aber nun zur Vorgeschichte.

Nach meiner Erinnerung war es Mittwoch, so gegen 11:30 Uhr. Es war friedlich und alles so wie immer. Bis zu dem Zeitpunkt als ein älterer Mann, Vladimir W. *, ich will nicht sagen verbraucht aber definitiv vom Leben gezeichnet unseren Laden betrat. Er sah, dass ich mein aktuelles Kundengespräch beendet habe und kam ganz ungeniert auf mich zu und fragte kurz und knackig: “Bwerbun hierr?” Als mein Gehirn die Höchstleistung vollbrachte und den Inhalt aus dem kyrillisch klingenden Satz entnahm antwortete ich nett: “Ja, Sie können sich bei uns bewerben. Bringen Sie dazu einfach Ihre Bewerbungsunterlagen mit.” Dieser Satz sollte mich fortan nicht in Ruhe lassen. Zu meiner Verteidigung muss ich erwähnen, dass ich dem Mann keine Hoffnung vorgaukeln wollte, ich dachte lediglich, wenn er sich in einem Computerfachgeschäft bewerben möchte, dann auch für eine entsprechende Stelle. Dass dem nicht so war, merkte ich schnell.

Ich gebe euch jetzt die Möglichkeit das weiterlesen zu beenden. Akuter Schmerz in der Bauchgegend durch andauerndes Lachen kann die Folge sein. Ich entziehe mich jeglicher Verantwortung der folgenden Reaktionen auf den letzten, aber wie ich finde besten Teil des Blogeintrags.

Als dann Vladimir W. * meine frohe Kunde vernahm, ging er hochmotiviert, ohne sich zu verabschieden, aus dem Laden. Was nun geschah wird keiner der anwesenden Personen so schnell vergessen. Vladimir W. *, ein arbeitsuchender Mann, stand vor unserem Geschäft, holte aus seiner beschmutzen Jacke ein gefaltetes Blatt heraus und fing an zu schreiben. Auf Grund meiner Stehposition konnte ich alles gut erkennen, aber bis zu dem Moment konnte ich keinen Sinn aus dieser Handlung entnehmen. Aber dann! Eine Jacke hat wie jeder weiß mehrere Taschen und aus seiner rechten Jackentasche wurde – selbstverständlich – ein Bleistift herausgezogen. Sein Kopf richtete sich nach oben zu unserem Logo. Er fing an zu schreiben und geschätzte 20 Sekunden später, zauberte er aus seiner Innentasche einen Briefumschlag in den er fein säuberlich seine “Bewerbung” hinein quetschte. Aber seine Tat war noch nicht vollendet. Er kam stolz, mit der Sicherheit bald einen neuen Job zu haben, wieder zu uns und schmiss den Briefumschlag auf unseren Beratertisch und verließ den Laden mit einem Siegerlächeln.

Völlig verwirrt von dieser Art der Bewerbung nahm ich den Brief und gab ihn unserem Geschäftsführer. Als ich in der Zwischenzeit bei einem neuen Beratungsgespräch lautes Gelächter aus den Geschäftsräumen hörte, war mir klar, dass Vladimir W. * dafür verantwortlich war. Ich bekam die Ehre mir die Bewerbung selber einmal durchzulesen. Ich will nicht herab wertend klingen, aber das war die ignoranteste und lächerlichste Bewerbung die mir in meinem Leben jemals unterkommen ist. Ihr erinnert euch an die 20 Sekunden Schreibarbeit? Richtig, in einer guten, übersichtlichen Bewerbung wird der Firmenname mit einem Bleistift per Handschrift auf das zerknitterte Blatt geschrieben. So haben wir das schon in der Schule gelernt! Dass das nicht alles war, dürfte jetzt auch jedem klar sein. Als “besondere Fähigkeiten” hat er sich selbst Arbeitseifer bescheinigt und als besonderes Leckerli hinzugefügt, dass er auch an Sonn – und Feiertagen zur Verfügung stehen würde. Als wäre das nicht überzeugend genug fiel mir sein Lebenslauf herunter und was da drauf stand war für einen angehenden Mitarbeiter eines Computerfachgeschäfts essentiell! Er arbeitete jahrelang in einem Antiquitätenladen und hat ausreichende Erfahrungen mit Gemälden und Bildern. Da ich vor lauter Lachen weinen musste, konnte ich den Rest leider nicht mehr erkennen, aber wenn ich so darüber nachdenke, war es wohl das Beste.

In diesem Sinne.. Bewerbung mit Erfolg? Definitiv nicht so wie in diesem Fall! Geht zum Jobcenter und lasst euch ausgiebig beraten bevor euch so etwas widerfährt.

* Name geändert.

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